Samstag, 17. Dezember 2016

Die Bulldoggen sind los! (II)

Ich lese mich gerade in Bulldogs! ein, einem Fate-Core-Rollenspiel, dass SCI-FI THAT KICKS ASS! bieten will. Ich habe nun schon das Kapitel über den (überschaubaren) Hintergrund gelesen und mache mich nun über das erste Regelkapitel her. Ich schreibe jeweils darüber und will das Buch damit Fate-Kennern, wie Einsteigern und Interessierten vorstellen.

Fate Core Grundlagen

Das Kapitel fängt damit an, das beschrieben wird, was man zum Spielen braucht. Stift, Charakterblatt (oder Zettel) und Fate-Würfel oder ein Fate-Deck (ich nutze beides gerne, in letzter Zeit mehrheitlich die Karten). Und Mitspieler. Als Hilfreich werden noch weitere Dinge vorgestellt wie Marker und Karteikarten, die für Fate hilfreich sind, doch dazu später mehr.

Wenn man einer Fate-Runde beim Spielen zusieht, dürften einem die Fate-Würfel als erstes auffallen.  Dabei handelt es sich um quasi normale Sechsseiter, die aber statt der üblichen Augenzahlen zwei verschiedene Symbole auf den Seiten haben. Auf zwei Seiten findet sich ein "+", auf zwei Seiten ein "-" und zwei Seiten sind leer. Dies steht für +1, -1 und 0 und so werden die geworfenen Würfel - es sind immer 4 - auch summiert und gelesen. Man würfelt also Ergebnisse von -4 bis +4 und erreicht im Schnitt eine 0. Hat man zwar dieses Regelwerk, aber keine Fate-Würfel, empfiehlt das Buch, dass man die üblichen W6 nimmt und jede Zahl eine der drei möglichen Ergebnisse bei Fate zuweist.

Eigenschaften und Ergebnisse haben bei Bulldogs! (wie auch bei Fate Core) nicht nur Zahlenwerte, sondern auch Adjektive. Dies wird auf der sogenannten Leiter dargestellt, die -1 beispielsweise Schlecht nennt und +4 Großartig. Das soll vermutlich dazu dienen, bei der Angabe der Werte die Immersion (weniger stark) zu durchbrechen. Es klingt natürlich anders, wenn man sagt "Mein Charakter ist ein durchschnittlicher Pilot" als "Ich habe Pilot auf +1".

Proben werden bei Bulldogs! gegen eine Schwierigkeit gewürfelt. Eine typische Schwierigkeit ist Ordentlich [+2], aber kann natürlich auch drüber oder drunter liegen, je nach Aufgabe und Widerstand. Zu dem Ergebnis der vier Würfel addiert man in der Regel noch einen Wert, wie zum Beispiel den Rang einer Fertigkeit, vergleicht das mit der Schwierigkeit und wenn man mit seinem Ergenis darüber liegt, hat man Erfolg. Die Schwierigkeit kann passiv (also ein fester Wert) oder aktiv (Wurf plus Wert) sein. Ob passiv oder aktiv wird dadurch entschieden, ob das Ziel oder Hindernis von sich aus handeln kann (wie z.B. eine aktive Person) oder nicht (wie z.B. eine passive Wand). Mehr zu Schwierigkeiten soll später im Kapitel "Das Spiel leiten" zu finden sein.

Es wird auch noch kurz angedeutet, dass die Höhe des Erfolges, also die Differenz von Ergebnis und Schwierigkeit eine Rolle spielt, was auch in einem späteren Kapitel näher beschrieben wird.
Fate-Einsteiger: Diese Regeln entsprechen bisher den typischen Fate-Core-Regeln, stehen so auch im deutschen Grundregelwerk zu Fate Core, im SRD (System Reference Document, einem Online-Nachschlagewerk) und sind durch die Open Game License und Creative Commons praktisch von Jedermann frei zu nutzen. Mehr dazu hier und hier.
Der nächste Abschnitt hat das Charakterblatt zur Vorlage, das Stück für Stück durchgegangen wird, während die einzelnen Punkte dabei kurz angerissen werden.


Es fällt auf, dass die 5 Charakteraspekte an verschiedene Kategorien gekoppelt werden. Und, dass Fertigkeiten hier keinen Wert bekommen, sondern den vorgegebenen Werten Fertigkeiten zugeordnet werden. Stunts sind spezielle Tricks, die das Brechen der sonst üblichen Regeln in bestimmten Situationen erlauben. Sie werden einmal durch die Wahl der Spezies vorgegeben und weitere können unabhängig davon gewählt werden. Stress ist das Maß, in dem Schaden bei Bulldogs! gemessen wird und dieser führt zu Zuständen (Conditions) und Konsequenzen (Consequences). Dabei ist es bei Bulldogs! offenbar egal, woher der Stress kommt. Das kann klassisch Schaden aus einem Gefecht sein, aber auch geistiger oder sozialer Stress.

Das alles wird hier nur kurz angerissen und ist jeweils immer wieder mit Hinweisen darauf versehen, in welchen Kapiteln sich näher mit dem Thema beschäftigt wird.

Erwähnenswert ist vielleicht noch, der Ressourcen-Balken (der im Regelbuch verwirrender Weise "credits track" genannt wird). Wenn ich das richtig verstehe, hat man mehr Geld zur Verfügung, je mehr freie Kästchen man dort hat. Zu Spielbeginn sind von den 10 Kästchen 9 ausgefüllt. Weitere sollen im Kampagenverlauf frei werden und das Spiel kann für den Charakter tatsächlich zuende sein, wenn jemals alle Kästchen frei sind. Dann darf man sich nämlich aus seinem Vertrag frei kaufen und den Ruhestand genießen. Interessante Idee.
Fate-Kenner: Stress, Zustände und Konsequenzen sieht schon mal nach einer spannenden Kombination aus, die ich von Fate Core so noch nicht kenne. Und das Panzerung und Ausrüstung eigens aufgeführt werden, ist auch eher unüblich und macht mich weiter neugierig. Hoffentlich wird es an der Stelle nicht übertrieben (siehe Interface Zero).

Fazit

Eine interessante Idee, die Grundlagen anhand des Charakterblattes einzuführen. Es erschließt sich mir aber nicht der Sinn, wieso hier viele Regelthemen ein Stückweit erklärt werden angerissen werden, die dann später in ihren eigenen Kapiteln (z.T. erneut) erklärt werden. Und warum kommt als nächstes das Kapitel über die Alienspezies, während die weiteren Regelerklärungen dann wieder später kommen?


Zur Artikelreihe sind außerdem erschienen:


Bulldogs! Fate Core Edition © 2015, Galileo Games, Inc. Authors Brendan Conway, Mark Diaz Truman, Brennan Taylor, and Brian Engard. All rights reserved.
http://www.galileogames.com/bulldogs/

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