Samstag, 14. November 2015

Aller guten Dinge sind 3

Die vergangene Woche stand unter einem besonderen rollenspielerischen Stern für mich. Es gab drei Spielsitzungen. In einer Woche! Das gab es zuletzt... Keine Ahnung, wann. Da war ich sicherlich noch Student und habe mit dem weltgrößten Rollenspielsammler in einer WG gewohnt.


Helden dunklen Rufes

Den Anfang macht am Montag unsere Arcane Codex-Kampagne. Die spielen wir nun schon seit über drei Jahren über Drachenzwinge, Roll20 und Teamspeak. Ich hatte sie zwar von Anfang an als umfangreiche Kampagne ausgelegt, der Hintergrundplot hat sich aber über die Jahre immer wieder leicht verändert und zuletzt wird er vor allem dadurch bereichert, das ich ab und an auch als Spieler auftreten darf und andere Spieler aus unserer Runde das Heft in die Hand nehmen. Das hilft gegen die zuletzt doch immer mal wieder eingetretenen Verschleiß- und Ermüdungserscheinungen bei mir und in Folge dessen meinen Mitspielern.

Es ist die zweite längere Kampagne, die ich über die Drachenzwinge spiele. Die erste war eine anderthalb Jahre gehende SR4-Kampagne, die zuletzt allerdings an internen Differenzen zerbrach. Und ich wollte daraufhin mit dem harten Kern der Runde (und zwei weiteren Spielern) klassisches Fantasy mit einem Rollenspielsystem spielen, das ich nicht kannte. So wurde es dann das "Dark Fantasy" Rollenspiel Arcane Codex.

Würde ich heute nochmal etwas ähnliches anfangen, würde ich vermutlich ein anderes Spiel wählen. Mit Arcane Codex bin ich über die Jahre nur bedingt warm geworden, was aber das allwöchentliche Spielen nicht wesentlich beeinflusst.


Cats & Dogs

Immer mal wieder treffe ich mich mit Freunden zu einer Runde Shadowrun. Dafür nehmen wir uns dann auch gerne mal einen Tag frei und fangen mit dem gemeinsamen Frühstück an (nachdem ich meine Jungs in Schule und Kindergarten verfrachtet habe). So auch letzten Dienstag.

Wie in meinen letzten Beiträgen schon zu lesen war, habe ich die Runde diesmal darum gebeten, mir mit Fate Core ein Experiment zu gestatten. Und neugierig wie die Truppe ist, waren sie dazu bereit. So viel Spaß uns der Tag auch bereitet hat, ich würde es in dieser Art nicht wieder tun - das ganze hat mir nicht gefallen.

Mal abgesehen davon, das meiner Runde so etwa nach zwei Dritteln des Tages auffiel, das sie das Abenteuer schon mal gespielt hatten (Argh! Vielleicht sollte ich mir aufschreiben, was ich ich wann mit wem...), waren sie von Anfang an aufgeschlossen dabei. Wir sind die Mechanismen während des Spielens gemeinsam angegangen. Und vermutlich lag da das Problem.

Meine Spieler haben Shadowrun erwartet und gespielt. Und so wir die Regeln von Fate Core benutzt haben, waren wir gedanklich meistens doch beim klassischen Shadowrun. So fiel es den Spielern und auch mir in dem gewohnten Modus Operandi schwer, die technischen Eigenheiten von Fate voll auszunutzen. Die Aspekte - einer der potentiellen Motoren für das Spiel mit Fate - wurden ziemlich stiefmütterlich behandelt, wenn auch als tolle Anregungen für Rollenspiel gesehen.

Ein anderer Punkt für eine kurze Kritik nach dem Spiel, waren die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade für Gegner. Fate hat an der Stelle einen eher cineastischen Ansatz: Gegner ohne Namen werden schnell weggeputzt, Gegner mit Namen sind schon etwas schwieriger, und so weiter. Bei Shadowrun ist ein Kampf allerdings immer ziemlich gefährlich und jede Kugel kann die letzte sein. Wenn sich die Spieler auf letzteres einstellen und ersteres bekommen, sind sie zurecht etwas verwundert.

Unter dem Strich ging es um Kenntnis der Eigenheiten des Spiels und die Erwartungen und sollte ich etwas ähnliches nochmal angehen, werde mich und die Spielrunde an den Stellen besser vorbereiten.

Vorbereitungen und Vorüberlegungen zu dem ganzen finden sich hier.


Prinzessin von Vogelsang

Am Donnerstag war ich dann mal wieder im Verein und leitete die dritte und (vorerst) letzte Sitzung von Prinzessin von Vogelsang, meiner Lady Blackbird Turbo-Fate-Version. Im Vergleich zu Shadowrun-Fate am Dienstag saßen die Spieler hier vor neuen Charakteren, neuen Regeln und einem unbekannten Hintergrund. Und sie waren von Anfang an mit feurigem Eifer dabei.

Ich hatte die Charaktere etwa halb vorentworfen und die Spieler am Ende einen weiteren Aspekt, einen Stunt und die Werte für die Methoden wählen lassen. Dadurch sind zum Teil ganz andere Figuren entstanden, als ich sie im Kopf hatte. Ich liebe es, wenn mich Spieler überraschen!

Die Geschichte war durchweg turbulent und die Spieler haben das System von Methoden und Aspekten schnell begriffen und verinnerlicht. Oft war die Anwendung einer Methode klar, hin und wieder wurde aber gefeilscht, was ich sehr genoss. Und die Fate-Punkte (für die ich Pokerchips verwendete) flogen fast im Minutentakt zwischen mir und den Spielern hin- und her.

Aus dem Ansatz in der kurzen Vorlage wurden drei dramatisch Abende mit kaiserlichen Kreuzern, orkischen Kopfgeldjägern, einer Verfolgungsjagd, einem Kampf gegen einen Himmelskraken und, und, und.

Am Ende war ich es, der das ganze nach dem dritten Abend abbrach (ich hatte es vorher angekündigt), um die Spielrunde nicht zu lange zu binden. An jedem Abend kam mindestens ein Spieler später an den Tisch und äußerte den Wunsch, zuzusteigen. In der Regel habe ich damit kein Problem und weise niemanden ab. Aber hier waren die Figuren aufeinander abgestimmt und vorgegeben und zudem fühlte ich mich noch immer nicht völlig sattelfest in dem System.

So werde ich mich die nächsten Wochen Donnerstags erstmal wieder in andere Gefilde begeben. Aber meine Mitspieler haben den klaren Wunsch geäußert, das ganze möglichst bald weiter zu spielen.


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