Freitag, 28. April 2017

Privates Rollenspiel-Wiki

Launisch, wie mein Spieltrieb ist, habe ich alle möglichen Programme und modernen Möglichkeiten der Kampagnenorganisation ausprobiert. Inzwischen habe ich aber mehr und mehr eine Wohlfühlzone für mich etabliert, die sich um eine einzige Anwendung dreht.

Meine Erfahrungen mit dem Programm sind dabei vermutlich beispielhaft für eine Vielzahl von ähnlichen Programmen, die es so gibt. Ich will hier also nicht unbedingt Werbung für das Programm, sondern für diese Art von Programmen machen.

OneNote

Ich arbeite aktuell fast ausschließlich mit Microsofts OneNote. Dabei handelt es sich um eine Notizbuchanwendung aus dem Office-Paket.

Mit Notizprogrammen habe ich lange Zeit kleine gelbe Klebezettel assoziiert und das ist eigentlich nicht das Mittel der Wahl um an Abenteuern oder Kampagnen, SLC oder Orten zu feilen. Als ich mich eines anderen Hintergrundes wegen auf Evernote einließ wurde ich ziemlich von den Möglichkeiten des Programmes überrascht. Dazu habe ich hier schon ein wenig geschrieben.

Ein Kommentar in meinem Beitrag bei den Teilzeithelden brachte mich auf OneNote und nach einer kurzen Testphase bin ich dann auch umgestiegen.

Personal Wiki

Was ich ursprünglich und eigentlich gesucht hatte, war ein Personal Wiki, eine Software, mit der ich Inhalte erstellen und bequem miteinander verknüpfen kann. Ein hierarchischer Aufbau rückt somit komplett in den Hintergrund und für jeden Anwendungsfall kann ich schnell einen neuen Text mit allen nötigen Referenzen aufbauen.

OneNote bietet mir dabei die Möglichkeit, Texte in verschiedenen Ebene anzulegen. Klar, das ist erstmal doch hierarchisch, aber damit hört es nicht auf. Das Notizbuch als oberste Ebene, dann der Abschnitt, dann Seiten und Unterseiten und schließlich der Inhalt mit Eingabefeldern und Überschriften.


Und hat man erstmal seinen Inhalt, kann diesen beliebig verknüpfen. Mit einem Rechtsklick zum Kontextmenü und dort "Link zu ..." wo immer ich auch gerade bin (Abschnittstitel, Seitentitel, Überschrift, ...) "... kopieren" und andernorts einfügen. Damit löst sich die Hierarchie dann auf oder besser gesagt, sie wird durch eine daneben angeordnete Matrix ergänzt oder ersetzt - je nach eigenem Nutzungsverhalten.

Gerade in Bezug auf Evernote gefällt mir an OneNote, dass hier auch vielfach mit Farben gearbeitet wird, die eine weitere Unterscheidungsebene bilden. Ich habe inzwischen von Rollenspielern gelesen, die eigene Templates für verschiedene Arten von Inhalten erstellen und auf diese Weise Dinge weiter kategorisieren und thematisieren. Ich bin sicherlich noch nicht in alle Tiefen des Programms vorgestoßen.

Und dann ist da noch eine schnell und treffsichere Suche, die auf Wunsch auch über das jeweilige Notizbuch hinaus funktioniert und - gemäß der Idee eines Wikis - jede Art von Hierarchie oder Organisation unnötig macht.

Mobil

Ein weiteres wesentliches Merkmal dieser Anwendung ist die Möglichkeit der mobilen Nutzung. Die Daten liegen lokal, werden aber automatisch an dezentraler Stelle abgelegt und mit eventuell auf anderen Plattformen laufenden Versionen abgeglichen. Smartphone, Tablet oder verschiedene Rechner am Start? Auf Wunsch sind alle auf dem gleichen Stand und so habe ich die Möglichkeit, im ÖPNV auf dem Weg zur Rollenspielsitzung nochmal ein Blick auf meine Daten zu werfen und Hand an zu legen. Wer über nichts anderes als einen Browser verfügt, muss dennoch nicht auf seine Daten verzichten und kann die Browserversion verwenden. Während OneNote unter Windows und MacOS eine eigene Anwendung bereit stellt, funktioniert Evernote auf "großen" Rechnern nur via Browser (zumindest war es so, als ich zuletzt mit Evernote arbeitete). So oder so, der Funktionsumfang ist in etwa gleich.
Wobei das Selber erstellen und Speichern von Seitenvorlagen auf der MacOS-Version von OneNote noch nicht verfügbar ist. Wer es - so wie ich - gerne hätte, kann sich an einer entsprechenden Unterschriftenaktion über die "Suggestion Box" von Microsoft beteiligen. Das dürfen ausdrücklich auch Windows-Nutzer.https://onenote.uservoice.com/forums/327165-onenote-for-mac/suggestions/6653158-mac-page-templates

Gemeinschaftlich

Etwas, das ich bisher noch nicht tiefer erforscht habe, ist die Möglichkeit, anderen bestimmte Inhalte freizugeben. Diese gibt es aber, was rundenweite Koordination von Kampagnen oder artverwandte Formen der Zusammenarbeit sicherlich begünstigt.

Größer als ich

In den letzten Wochen wurde dieses Thema für mich vor allem dadurch bereichert (bis zu dem Punkt, wo ich ihm einen entsprechenden Blogeintrag widmete), weil auf Google Plus eine Community gegründet wurde, die sich OneNote for GMs nennt und als Plattform für Austausch und Hilfestellung an der Stelle dienen will. Das Ganze ruht aktuell noch auf den Schultern weniger engagierter Beitragender, darf sich meiner Meinung nach aber gerne ausweiten.

Dort findet man eine Reihe von sehr informativen Beiträgen von Leuten, die deutlich mehr Zeit in das Programm gesteckt haben als ich und dabei z.T. ganze Regel- oder Hintergrundbücher zu persönlichen SRDs gemacht haben.

#Weitersagen



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