Samstag, 3. Oktober 2015

Wilde Kinder

Die Wünsche der Kinder werden immer wilder. Neulich hat der Papa eines der mitspielenden Kinder eine Runde für die Meute geleitet, bei der alle Ninjas gespielt haben. Nun verstoßen Ninjas - zumindest dem eigentlichen Konzept nach - so ziemlich gegen alle unsere Prinzipien, aber...

Ich habe von einer Arbeitskollegin vor einiger Zeit Hörspiele von Ninjago geschenkt bekommen. Mir sagte das zu dem Zeitpunkt noch nichts, also packte ich das erstmal in unsere Musik-Cloud (ich bin ein großer Fan von iTunes Match) und hörte hinein. Ja... Ne... Ich entschied, den Kindern vorläufig nichts davon zu sagen.

Vor dem Sommerurlaub dieses Jahr haben wir ein altes Handy als Musikspieler für die Kinder eingerichtet. In der Regel nutzt dieses Gerät auch unsere Musik-(und Hörbuch-)Cloud. Da wir auch ins Ausland vorstießen, musste das Gerät aber auch offline bestückt werden, ich lud also alles runter, was in den Kategorien Kindermusik und Hörspiele/-bücher zu finden war. Ninjago hatte ich zu dem Zeitpunkt komplett vergessen. Die Kinder aber brauchten nicht lange, um darauf zu stoßen und danach lief es wochenlang rauf und runter. Und so wünschten sie sich dann bitte auch mal ein Spiel als Ninjas. Bezeichnenderweise nicht von mir.

Die Sitzung soll wild aber nicht wirklich kampfreich gewesen sein. Der einzige Kampf wurde durch ein Statement des Spielleiters entschieden. "Es sind zu viele und sie überwältigen euch." Und es gab keinen Protest, dafür natürlich Schleich- und Befreiungsaktionen.
Spielrunde mit Wasserschaden - Es war einfach zu aufregend!

Heute habe ich das erste Mal seitdem für die Jungs geleitet und ich dachte mir schon, das deren Ansprüche zugenommen haben werden. Erst sollten es wieder die Ninjas sein, aber ich habe klargestellt, dass das die Spielrunde des anderen Papas sei - mich also einfach aus der Affaire gezogen. Dann sollte es aber bitte etwas mit Mars und Raumschiffen sein. Und als ich heute dann doch ankündigte, dass es wieder die Abenteuer der Plüschies wären, waren sie ein wenig enttäuscht.

Eine Welt unter der Welt

Aber ich habe das Tempo und die Optionen tatsächlich etwas angehoben. Die Plüschies waren schon vor einigen Abenteuern aus dem Spielzeugladen ausgezogen (der wurde abgerissen) und haben die Plüschi-Stadt Feuerstein in einem verlassenen U-Bahn-Hof gefunden - mit den Stadtteilen Steig, Trepp und Oberstadt. Inzwischen wohnen sie auf einem Hausboot im Hafen von Steig, da das Gleisbett geflutet ist. Sie hatten also Abenteuer in der Stadt und auf dem Wasser (z.B. mit der Cranberry 2 - so hört es sich an, wenn die Kinder Queen Mary 2 sagen wollen aber nicht können). Sie haben inzwischen auch jeder eine Ausbildung in einer der örtlichen Akademien durchlaufen und sind nun Turn-, Techno-, Tier- oder Zaubermeister.

Und heute sollten sie nach China, denn der Bürgermeister von Feuerstein (der sie unlängst offiziell zur Rettungstruppe ernannte) hat den Kontakt zu Plüschi-Forschern unter einer Plüschtierfabrik in Hongkong verloren. Eigens für die Reise haben sie einen experimentellen Plüschi-Löschgleiter (die Stahlhummel - ist ja eine Art Wasserträger) gestellt bekommen.

Und so folgte eine rasante Geschichte in einer Art Raumschiff, das mit Cola betankt werden muss (in Neu-Delhi mussten sie zum Nachtanken nachts in einen Supermarkt einbrechen), das Aspekte hat wie "Sie wurde noch nie getestet" oder "Bei Vollschub ist sie total laut". Dabei wurden Brände gelöscht (die sie selber unvorsichtigerweise verursacht hatten), der Gleiter kurzzeitig als Lastwagen getarnt (sie mussten sich der Fabrik bei Tageslicht nähern) und am Ende musste die Stahlhummel sogar vom chinesischen Militär wiederbeschafft werden (die Tarnung war aufgeflogen). Der einzige wirklich Kampf betraf das Bespritzen der verdutzten Soldaten mit den Bordkanonen - Wasserwerfern! Der Bordingenieur hatte die Kanonen allerdings in Neu-Delhi eigens mit kohlensäurehaltigem Wasser betankt, weil er sich sicher war, dass das mehr Wumms bringt. Toller Aspekt.


Mit wenig

Das mit den Aspekten läuft dennoch bisher nur so am Rande. Auch die Stunts werden noch etwas stiefmütterlich behandelt. Es ist also Turbo-Fate Light, sozusagen. Aber auch da muss ich weiter dran arbeiten, denn nach dem Abenteuer sagte mir einer meiner Jungs, dass er mehr Stunts lernen möchte (sie beherrschen im Moment zwei und der zweite betrifft die Position an Bord).

Auf jeden Fall freuen sie sich auf weitere Abenteuer mit der Stahlhummel. Und ich mich auch.



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