Mittwoch, 20. November 2013

Doch nur ein Teil der Maschine?

Es stellt sich die Frage, was Underdogs zu Underdogs macht. Oder zu Shadowrunnern.

Für mich waren Shadowrunner immer so etwas wie Troubleshooter. Sie müssen da hin, wo es brennt und wo sonst keiner hin gehen will oder kann und weder das Problem noch die Problemlösung sollen dabei in die Öffentlichkeit treten. Diskretion, Heimlichtuerei und "plausible deniability". Das bildet für mich im Grunde auch die Basis für den Begriff Shadowrun. Der Schatten für die verborgenen Aktivitäten und das Laufen, für das schnelle Eingreifen.


Es kommt die Frage auf, wie viel Schatten vom Shadowrun oder Shadowrunner noch bleibt, wenn im Anschluss an die Aktivitäten über den Shadowrun oder Shadowrunner berichtet wird? Und inwieweit solche Entwicklungen Shadowruns oder Shadowrunner überhaupt möglich machen. Für meinen Geschmack wird da seit vielen Jahren in den SR-Publikationen eine völlig unnötiges Feld beackert, indem Shadowrunner zu Teilen der Popkultur der 6. Welt und damit im Grunde dann doch wieder nur ein Teil der großen Maschine werden.

So oder so, die Underdogs wollen weder Teil der Maschine sein, noch in die Öffentlichkeit treten. Das würde ihre Arbeit praktisch unmöglich machen und sie bauen im Grunde genau so auf ihre eigene Diskretion, die ihrer Auftraggeber wie auch auf die, ihrer Opfer. Und die Opfer sind gerne mal die Konzerne, die natürlich nie zugeben, was wirklich passiert ist - technisches Versagen, Vandalismus oder das Fehlverhalten eines eigenen Mitarbeiters, der dann als Sündenbock verheizt wird.

Shadowrun? Was soll das sein? Tatsächlich werden die Underdogs auch nie mit dem Begriff in Verbindung gebracht. Sie würden sich vermutlich auch selber nie so bezeichnen und damit auch gar keine Gruppenkultur aufbringen, die sie auf eine Stufe mit anderen bringt, die ähnliches machen. Sie sind keine Gruppe, Jeder oder jedes Team steht da für sich.

Ich bin vor vielen Jahren dazu mal auf einen interessanten Artikel gestoßen, der mir in der Hinsicht aus der Seele sprach. Es geht dabei eigentlich weniger um Underdogs als um Shadowrunner im Ganzen, aber er passt im Grunde natürlich auch hierhin. Das Original ist im Netz nicht mehr zu finden, aber eine kurze Matrixrecherche förderte soeben einen Beitrag in den Dumbshock Forums zu Tage. Ich hatte mir vor einiger Zeit mal die Mühe gemacht, das ganze ins Deutsche zu übersetzen und stelle das damit auch zur Verfügung.

>> Why Shadowrunners Will Never Receive Shoe Endorsements
>> Warum Shadowrunner nie Werbeverträge bekommen werden als PDF
>> Warum Shadowrunner nie Werbeverträge bekommen werden als E-Book (epub)
>> Warum Shadowrunner nie Werbeverträge bekommen werden als iBook


Kommentare:

  1. Hm, verstehe ich nicht so richtig. Ich binmit den aktuellen SR-Publikationen auch nicht so ganz vertraut, aber warum sollten Runner nicht von den Medien "gehyped" werden? Es muss ja nicht freiwillig sein, aber so eine wild schwankende Kamera, die einem Runnerrudle hinterher rennt oder eine Teleobjektiv an der Belastungsgrenze, dass von drei Blöcken Entfernung einen Run aufnimmt, wütend zugeschlagene Türen, weil der Reporter in einer widerlich herunter gekommen Kaschemme nach "Jack Lightning" fragt und so weiter. Passt doch voll ins Bild? Auch Runner, die Videos ihrer Runs für teures Geld verkaufen, weil MrJ sie (zum 2000. Mal) gefickt hat oder der Sold einfach aufgebessert werden kann und die ihre Team vielleicht auch immer mit nichtssagenden Overals und Gasmasken ausstatten, damit keienr etwas nachvollziehen kann... da kann man komplette Kampagnen drum spinnen ;)

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    1. Ich bin mit Dir einer Meinung, das mit den Medien zu arbeiten auch reizvoll sein kann. Es war mindestens auch schon mal Teil eines Abenteuers (Queen Euphoria). Und das war auch in meinen Kampagnen und Abenteuern mal ein zu bespielender Aspekt (z.B. Hilfe und Rückendeckung für eine Reporterin). Aber dabei soll es dann auch nie um das Konzept der Shadowrunner oder von Shadowruns gehen. Es wären höchstens immer isolierte Einzelaktionen. Das ist ja auch eine ganze Ecke von dem entfernt, was mit "Karl Kombatmage" und ähnlichem verbreitet wird.

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