Samstag, 23. November 2013

Das unsichtbare Mitglied im Team

Das ist sicherlich in vielen Runden der Decker gewesen. Kein Wunder, die Regeln für die Matrix sind recht aufwändig, auch wenn sie von Edition zu Edition stetig verfeinert wurde (für SR5 kann ich das allerdings noch nicht beurteilen, habe sie noch nicht im Einsatz erlebt).

Ich will aber gar nicht über den Decker schreiben.


Underdogs aus dem Sprawl sind erstmal Individuen, nicht selten sogar Einzelgänger. Die Mr. Johnsons aus den Underdog-Runs machen sich eher nicht die Mühe, nach diesen Individuen zu suchen, sie zu einer Gruppe zu machen und ihnen eine ihren Fähigkeiten entsprechende Aufgabe zu geben. Diese Aufgabe fällt in die Verantwortung einer Person, die die Fähigkeiten der Underdogs einschätzen kann und dann als eine Art Talentscout auftritt - ein Schieber. Dieser Schieber nimmt die Underdogs ein wenig unter seine Fittiche oder behält sie einfach nur im Auge. Und irgendwann kommt der Zeitpunkt oder der Auftrag, wo aus den einzelnen Underdogs ein Team gemacht wird, das im Idealfall so bleibt - der erste Run.

Das bedeutet, dass die Underdogs alle einen gemeinsamen Schieber haben und mit diesem je nach Konzept eine kleinere oder ausführlichere Vorgeschichte. Das bedeutet, das der Schieber am Anfang die Jobs besorgt (allerdings muss er das nicht immer), die Hardware und manchmal auch Informationen. Er bekommt einen Anteil der Bezahlung eines Runs oder hat sich schon etwas eingestrichen, bevor er die Summe den Underdogs nennt.

Das bedeutet aber auch, das er etwas mehr Zeit und Mühe in die Underdogs investiert und so als NSC etwas mehr Einfluss auf die Gruppe nehmen kann - gerade so, wie es der Spielleiter für sinnvoll und hilfreich hält. Verrennt sich ein Spieler beispielsweise mit seinem Einzelgänger, müssen sich nicht unbedingt gleich Spieler und Spielleiter zusammen setzen um eine Lösung zu erarbeiten, sondern der Spielleiter kann den (väterlichen?) Einfluss des Schiebers nutzen, der seine Investition in ein Team - sein Team - schützt.
Ausserdem ist es so noch einfacher, mit dem Team aus Underdogs im Kleinen anzufangen und darauf hinzuwirken, wie sich das Team aber auch der Schieber immer weiter verbessern und vergrößern. Der Einfluss des Schiebers steigt - natürlich nicht zuletzt durch die erfolgreiche Arbeit des Teams - und das Team bekommt mit der Zeit besser bezahlte Aufträge.

Ich denke jeder Spielleiter kann sich schnell unter dieser Konstellation etwas vorstellen und seine Ideen um die Figur des Schiebers spinnen.





Kommentare:

  1. Diese “professionelle“ Sichtweise der Arbeit des Schiebers ist mir noch gar nicht untergekommen, klingt aber sehr passend und interessant. Das könnte im Zweifel dazu führen, dass die Spieler ihre ganze Charaktermappe mitbringen und der SL entscheidet nach Durchsicht, je nach Abenteuer, welchen Charakter der Schieber je Spieler anruft. Spannende Option, auf die sich die Spieler allerdings auch einlassen müssen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Der Ansatz in unserer letzten Kampagne war eher der, das 5 Charaktere unter einem Schieber zueinander fanden und so ein festes Team wurden und die Runs auch zusammen durchzogen - obwohl immer mal einer ausfallen konnte, weil der Spieler oder die Spielerin mal nicht konnte. Das besondere war aben die Rolle des Schiebers, der eine sehr intesive Spielleiterfigur war, sozusagen mein Charakter in der Runde.

      Löschen
  2. Auch eine schicke Idee, aber die kennt man ja schon.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. So sehr es mir auch schmeicheln würde, vermute ich mal ganz stark, dass ich generell wenig Neues auf den Tisch bringen werde. Für einige vielleicht neu, aber sicher nicht generell...

      Und von der Befriedigung meines Mitteilungsbedürfnisses einmal abgesehen, hoffe ich darauf, SR so ein wenig aus der Schmuddel-Taktik-Gunporn-Ecke raus zu bekommen.

      Löschen
  3. Ähnlich wäre auch das Konzept, dass nur der Anführer der Gruppe Kontakt mit dem Schieber hat, und die Aufträge bekommt. Beispiel wäre hier die Figur Nate aus dem Film "Heat". Dann brauch man aber auch eine starke Spielerpersönlichkeit, die von den anderen Spielern am Tisch akzeptiert wird. Wir alle kennne das Problem denke ich bei Shadowrun. Viele Köche verderben den Brei. Wäre auch mal ein gutes Thema für deinen Blog Markus :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nehme ich gerne mal auf.
      Ja, an Nate (Jon Voight) muss ich auch immer denken, weil der Züge von einem richtigen Schieber hat.

      Löschen